Dr. Christine Voßmerbäumer - Augen in Guten Händen

Was bedeutet eine Cataract-Operation und wie läuft sie ab?

Die Cataract ist eine derjenigen Augenveränderungen, die zwar unbehandelt zur Erblindung führen können, jedoch sich heute mit minimalinvasiven mikrochirurgischen Methoden vollständig beheben lässt. Diese Operationen können heute in den allermeisten Fällen ambulant, d.h. ohne Klinikaufenthalt, (ähnlich wie beim Zahnarztbesuch – nur viel angenehmer!) durchgeführt werden.

Bei der Operation wird unter einem hochauflösenden speziellen Operationsmikroskop die eingetrübte Augenlinse entfernt und an ihrer Stelle eine künstliche Linse implantiert.

Hierfür werden am Rand der Hornhaut winzige Schnitte von ca.3 mm angelegt, durch die die Augenärztin mit einem dünnen Instrument eingeht, um die Linse mit Ultraschallenergie zu verflüssigen und gleichzeitig abzusaugen. Der Aufhängeapparat und die Hüllstrukturen der eigentlichen Linse bleiben dabei erhalten.

Wenn durch die Mikroabsaugung und –spülung das getrübte Linsenmaterial entfernt ist, wird durch denselben Schnitt eine Linse in gefaltetem bzw. gerolltem Zustand ins Auge eingebracht. Im Auge entfaltet sich das Implantat (=die Intraokularlinse) dann langsam zu voller Größe. Mittels kleiner Seitenbügel stützt sich die Intraokularlinse im sogenannten Kapselsack (die zarte Linsenhülle, die erhalten bleibt) ab. Man kann eine solche Linse auch unmittelbar hinter der Iris bzw. der Pupille verankern, wenn z.B. die Hülle der Linse nicht vollständig erhalten werden konnte oder andere Defekte am Aufhängeapparat der ursprünglichen Linse vorliegen.

Während der Operation wird der unmittelbare Operationsbereich im Auge mit einer geleeartigen Füllsubstanz stabilisiert, die auch die umliegenden Gewebe schützt. Diese wird am Ende der Operation durch eine winzige Absaugkanüle wieder abgesaugt. Die feinen Schnittöffnungen am Rand der Hornhaut sind so konstruiert, dass typischerweise keine Naht erforderlich ist, sondern sie von selbst dicht sind.

Was hat es denn mit den künstlichen Linsen auf sich?

Wie oben erklärt, besteht eine Cataract-Operation fast immer aus der Entfernung der getrübten natürlichen Augenlinse (Cataract) und der Implantation einer künstlichen Linse.

Das bedeutet, dass durch eine solche Operation auch gleichzeitig eine eventuell vorhandene Fehlsichtigkeit korrigiert werden kann. Wenn ein Patient also vor der Operation des Grauen Stars kurzsichtig oder weitsichtig war, kann die optische Stärke der Kunstlinse so gewählt werden, dass hinterher keine Fehlsichtigkeit mehr vorhanden ist.

Man vermisst hierfür vor der Operation das Auge mit speziellen Geräten sehr genau und berechnet auf Basis der Messwerte die erforderliche Linsenstärke, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Hierfür steht eine große Vielzahl an unterschiedlichen Linsen zur Verfügung. Es gibt grundsätzlich die Unterscheidung zwischen Linsen mit einem einzigen Brennwert (Fokus) oder mit mehreren Brennwerten. Bei den Kunstlinsen, die nur einen Brennpunkt besitzen, kann der Patient in die Ferne (d.h. ab 5 Metern Entfernung) typischerweise ohne Brille sehen. Für alle Arbeiten und Sehanforderungen in der Nähe hingegen ist eine Lesebrille erforderlich.

Dank der heutigen technologischen Möglichkeiten wird allerdings eine Lesebrille nach einer Cataract-Operation nicht mehr zwangsläufig benötigt: Wenn man eine Kunstlinse mit mehreren Brennpunkten implantiert, kann dadurch typischerweise eine weitgehende Brillenfreiheit erzielt werden, d.h. der Patient/die Patientin kann sowohl in die Ferne scharf sehen, als auch im Nahbereich, z.B. beim Lesen, bei der Hausarbeit. Das ist dann eine ähnliche Situation wie in jungen Jahren, wo ja auch keine Lesebrille benötigt wird. So kann man mit Multifokalen Linsen die Uhr um einige Jahrzehnte zurückdrehen.

Wie muss ich mich nach der Cataract-Operation verhalten?

Das wichtigste ist, dass Sie sich genau an die individuellen Instruktionen halten, die wir Ihnen nach der Operation an die Hand geben. Darin ist genau festgelegt, welche Medikamente (Augentropfen) Sie zu welcher Zeit anwenden müssen.

Mindestens ebenso wichtig ist jedoch, dass Sie zu keinem Zeitpunkt am Auge reiben. Auch nicht, wenn es mal juckt oder kratzt. Oder wenn Sie das Gefühl haben, es sei ein Fremdkörper drin (dieses Gefühl beschreiben nicht wenige Patienten). Oder wenn Sie irgendwas am Auge spüren, das Ihnen Schmerzen verursacht oder anders ist als sonst.

Dass man von einer Operation hinterher noch ein paar Tage ein unangenehmes Gefühl spürt, ist im Allgemeinen normal.